Frieden
Kann Frieden mit Waffengewalt gefördert bzw. erzwungen werden (so genannte friedensfördernde Massnahmen oder Humanitäre Interventionen)? Herrscht Frieden, sobald die Waffen schweigen und die Kriminalität ein erträgliches Mass nicht übersteigt? Was ist das Gegenteil von Frieden?
Unser Verständnis von Frieden könnte mit freundschaftlichem Miteinander umschrieben werden. Kein scheinheiliger Frieden, bei dem alle Meinungs- und andere Verschiedenheiten verneint werden. Sondern ein offener und konstruktiver Austausch, der von Respekt und Vertrauen geprägt ist. Ein Frieden befähigt alle, sich für ihre Interessen einzusetzen und ihre legitimen Grundbedürfnisse ohne Gewalt zu erfüllen. (Legitim ist ein Bedürfnis dann, wenn es kein anderes Grundbedürfnis einschränkt.)
Konflikte gehören zum Alltag, sie können entstehen, sobald gegensätzliche Zielvorstellungen aufeinander treffen. Für einen echten Frieden ist eine Streitkultur notwendig. Das Wissen um und die Fähigkeiten für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten kann erlernt, weitergegeben und gelebt werden.
"Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg; Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit" (Baruch de Spinoza).